Dienstag, 7. April 2009

Herman Hesse

"O, aber er war Künstler genug, um auch die Enttäuschung, den Schmerz, das Einsambleiben mit allen verborgensten Reizen zu genießen. Wenn auch mit zuckender Lippe, er genoß es doch; und wenn auch verkannt und verschmäht, er war doch der Held in der Szene, der Träger einer stummen Tragik, lächelnd mit dem Dolch im Herzen"

aus Hermann Hesse - Heumond

Donnerstag, 12. März 2009

Beste Schuhe und Outfit ever


Montag, 16. Februar 2009

Darum kaufe ich CDs


Auszug aus dem Booklett von Hellsongs - Hymns in the key of 666

"Dear customer, a big applause to you and your choice. In this age of downloading debates we prefer to bless the light, in this case you, instead of cursing the darkness. This recording has been made possible by the united forces of a band and a small indie label that lack the economic muscles of the big ones. Your choice of buying it will make recordings like this possible again. When the record label has become on of the big five and the band has sold multiplatinum all over the world, please download their next album for free. Until then - We love you!"


:- )

Montag, 13. Oktober 2008

1000 Robota - Du Nicht Er Nicht Sie Nicht


Vor mir steht meine Anlage, eine Tasse Tee, und ein Tisch mit dem jetzt schon nicht mehr ganz so brandneuem Album der Hamburger Nachwuchsband 1000 Robota drauf. Diese hatten nach ihrer Debut-EP mit ihrem Ohrwurm "Hamburg brennt" bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen, sodass ich mich, nachdem der Klausurenstress endlich vorbei war, in den Saturn gestürzt habe und mich selbst fragende Gesichter seitens der Mitarbeiter nicht abschrecken konnten das Album dann doch noch zu finden.

Das Erste was mir auffällt ist das Cover und das ist schon sehr geil gemacht wie ich finde. Der Blick versinkt in der Tiefe des Bildes und bleibt irgendwo zwischen nah und fern in der Schwebe, weil jeglicher Bezugspunkt fehlt. Sehr cool gemacht und auf jeden Fall eines der besten Cover in meiner CD Sammlung. Dafür gibts schon mal Pluspunkte. Mit Vorfreude lege ich die CD ein und drücke auf Play:

1. Heute:
Es begrüßt mich eine Marschtrommel, ein Einfachstriff und die Rio Reisereske Stimme von Sänger Anton Spielmann...aber halt mal...STOP! Nein, das geht gar nicht. Was bei "Hamburg brennt" noch funktionierte wirkt hier völlig deplatziert und melodiemäßig wie die Gesangsversuche eines Vierjährigen. Die Zeile "Heute darfst du lachen, jede Sachen machen" wirkt wie eine verlorene Strophe von Backe Backe Kuchen. Schnell weiter zum nächsten Lied.

2. Trocknet eure Tränen:
Das ist schon eher mein Geschmack. Hektisches Schlagzeug, Gitarre und Bass unisono und ein großen Klecks Klaxons obendrauf machen dieses Lied sehr cool. Die Geburtstagsparty zum 18. von Anton Spielmann im Nightliner der Klaxons hatte bei den Jungs wohl ziemlich Eindruck hinterlassen. Das Lied ist fast schon eine Hommage an die New Raver aus England. Der Gesang passt hier wiederum sehr gut rein und peitscht das Lied auf Hochtouren.

3. Mein Regen
Ich liebe diesen dreckigen Sound von 1000 Robota. Das hat sowas von Proberaumsession. Das hat Ecken, das hat Kanten, das hat Potential. Der kratzige Klang von Gitarre und Bass hält die Band roh, wild und frisch. Hier hat man nicht erst wochenlang im Studio am Sound gebastelt sondern auf Aufnahme gedrückt und losgelegt.

4. Oh Oh
Zwischenzeitlich entsteht bei dem Lied ein wunderschön hässlicher Klangbrei. Allerdings wirkt der Gesang an manchen Stellen etwas holprig und schadet dem Lied meiner Meinung nach. Vielleicht ist es aber auch so gewollt.

5. Moral
Die Texte finde ich übrigens richtig gut. Allerdings wünscht man sich, dass nicht jedes Wort mindestens 3 mal wiederholt und nicht jeder kleine Reim unbedingt mitgenommen werden würde. "Moral ! Moral, Moral, Moral....Moral du hast die Wahl". Kurze Sätze und Aussagen passen zwar zu 1000 Robota wie die Faust aufs Auge, aber manchmal driftet es doch arg ins Kleinkindmilieu ab.

6. 1 2 3 4 5 6 7
Mein absoluter Liebling auf der Platte. Wirres Riff, schneller Song und der Gesang ist hier endlich mal so betont werden, dass dem Lied dadurch keine größeren Stolpersteine in den Weg gelegt wurden. Das Lied läuft einfach durch und man drückt ganz automatisch auf Replay.

7. Mein Traum
Titeltrack. Läuft.

8. Diese Brille
Der Bass ist zwar oft monoton, und ich tendiere immer zu melodischeren, verspielteren Basslinien, was hier allerdings völlig fehl am Platz wäre. Die Titellänge liegt übrigens bei circa 2:30. Längere Songs würden auch gar nicht ins Konzept passen.

9. 48 Stunden
Auch ein sehr feiner Track.

10. Ich blicke an dir vorbei
Zum Abschluss lassen es die Hamburger wieder etwas ruhiger angeht, um im nächsten Moment wieder mit Inbrunst losschreien zu können.

Alles in allem ein sehr geiles Album von einer sehr coolen Band, mit dem sie sich auf den Bühnen der Welt (Konzerte in Londoner Clubs wurden schon absolviert) sehen lassen können. Wenn ihre Liveperfomance das rüberbringt, was in diesem Album steckt ist ein Konzertbesuch ein absolutes Muss. Im übrigen ist es mal wieder etwas wirklich Aufregendes aus Deutschland, das mindestens mal einen Eindruck in unserer Musiklandschaft hinterlassen wird.

p.s.: Ich habe bewusst das Wort Jugendband weggelassen, weil ich weiß, wie es aufregt, wenn an jedes Lob für die eigene Band der Zusatz "für ne Jugendband" angehängt wird. Dadurch wird jede gute Kritik zur Kritik zweiter Klasse. Diese Band hat meiner Meinung nach echt Kaliber und danach soll sie sich auch messen lassen.

Donnerstag, 11. September 2008

Pauken

Pauken

Ein ewig gleiches Hämmern in den Köpfen. Dumpf und laut hallt es durch die Gänge.
Alles wird gerade gerückt und eingestampft,
bis auch der Letzte in Reih und Glied steht.
Es gibt kein kreuz und quer mehr.
Kein daneben, kein drüber,
kein drunter.
Alles wird wahr oder falsch
Null oder Eins.
Alles wird Fakt.
Gewissheit
siegt.
Pauken
schlagen.
Dum,
Dum,
Dum.

p.s. Die Schriftgröße fiel der Form zum Opfer

Samstag, 23. August 2008

Fertig auf dem Schulhof

Die Sondermagazin des Focus „Focus Schule“ kommt einmal im Monat raus und da meine Mutter selbst an einer Werkrealschule unterrichtet liegt die neuste Ausgabe des Heftes auch einmal pro Monat bei uns auf dem Tisch. Das Magazin ist recht interessant und bietet zuweilen sehr gute Artikel zum Thema Schulalltag, zuweilen aber auch recht dürftige. Das große Thema in diesem Monat ist Selbstvertrauen von Schülern. Ein sehr wichtiges Thema wenn es im Schulalltag darum geht Referate zu halten, vor der Klasse zu sprechen, mit Mitschülern umzugehen und bei quasi allen anderen Gelegenheiten auch. Der Artikel „Nie wieder Schüchtern“ zum Thema ist eher uninteressant und bietet nichts wirklich Neues, was man sich nicht schon vorher dachte. Das, was mich veranlasst diesen Blogeintrag zu schreiben steht auf Seite 18 in einem Kasten unter dem Titel „Erfolgsrezept“. Hier werden in Anführungszeichen „schlagfertige Antworten“ auf Beleidigungen aufgezeigt, mit denen man blöde Sprüche von Mitschüler „gekonnt toppen und andere ziemlich alt aussehen lassen“ können soll. Begeben wir uns nun zusammen mit Matthias Pöhm, aus dessen Buch diese Sprüche entnommen wurden, in Gedanken zurück an unsere alte Schule und stellen uns vor wieder dem angsteinflößenden Schulrowdy gegenüber zu stehen, der uns damals bis in unsere Träume verfolgt hatte. Es kommt zum verbalen Schlagabtausch.

Beleidigung: Tussi!

Antwort: Du Ärmste, das ist ja ein schrecklicher Name. Ich heiße Katharina

Ähm…jo…ne?! Das war zwar jetzt nicht unbedingt schlagfertig, aber vielleicht hat sich Matthias Pöhm für Kinder wird’s schon reichen. Warten wir ab was er sonst noch an guten Kontern auf Lager hat. Zeigen wir den Rowdys wie cool wir auf sie reagieren können.

Beleidigung: Motherfucker!

Antwort: Oh, du kannst Englisch?

Hahahaha! In your face Biaaaatch!!! …naja fast. Mehr als vor der ganzen Klasse ausgelacht zu werden riskieren wir mit dieser Antwort sicherlich nicht. Aber wenn der Rowdy jetzt nicht locker lässt, haben wir noch die Mathias Pöhm Spezialtaktik in der Hinterhand: Verwirrung!

Beleidigung: Du bist sowas von fett.

Antwort: Huch, dir hängt da etwas aus der Nase.

An der dezent hochgezogenen Augenbraue unseres Gegenübers können wir nun erkennen: Unsere Taktik wirkt. Noch ein paar mehr Antworten dieser Sorte und er wird nicht mehr wissen wo oben und unten ist. Jetzt haben wir ihn da wo wir ihn haben wollen. Auf zum ultimativen Finishing Move.

Beleidigung: Iiihh, du hast Mundgeruch!

Antwort: Gute Nase, Mann!

SIEG ! SIEG ! YES! Wir haben gewonnen. Wir haben es dem Rowdy gezeigt. Für den läppischen Gefallen ihm 100 % von unserem täglichen Taschengeld abzugeben und einmal in der Woche verprügelt zu werden lässt er uns jetzt endgültig in Ruhe. Mit stolzer Brust, leeren Taschen und gebrochener Nase schreiten wir von dannen und danken Matthias Pöhm, ohne den wir diese Situationen nie hätten meistern können.

Jetzt aber mal Spaß beiseite. Ich habe zugegebener Maßen das Buch von Matthias Pöhm nicht gelesen und mein Urteil fußt dementsprechend nicht auf sicherem Boden, aber wie weltfremd und realitätsfern muss man sein, dass man im Ernst denkt, solche Antworten würden zum erhofften Ergebnis führen. Ich bitte alle Eltern mit Schulkindern, die das Pech haben in der Klassenhierarchie weiter unten angesiedelt zu sein, inständig es sein zu lassen ihren Kindern solche Antworten mit auf den Weg zu geben. Denn wer noch nicht schon längst der Klassendepp ist, der ist mit diesen Antworten auf dem besten Weg zum Opfer der ganzen Schule. Nun geht Matthias Pöhm schon auf die 50 zu und seine Schulzeit ist von daher grob geschätzte 30 Jahre her. Man darf es ihm also nicht verdenken, wenn er nicht mehr ganz auf den laufendem ist mit der Situation in deutschen Klassenzimmern. Aber das so ein Mann geschlagene 3 Büche über angebliche Schlagfertigkeit schreibt, sollte doch mindestens den Jugendschutz auf den Plan rufen. Zu glauben mit solchen Sprüchen sei dem Kind geholfen ist genauso wie zu glauben man würde mit dem Vokabular des PONS Wörterbuch der Jugendsprache bei den Kids cool rüberkommen. Und damit nicht jemand das Buch sei doch völlig irrelevant und „so dumm kann doch niemand sein“ diese Tips in die Tat umzusetzen hier eine Kundenrezension von Amazon.de

„Hier finden wir ein Buch für die Praxis, das was Kinder brauchen, wenn dumme Sprüche kommen z.b. " Du gehörst auf die Sonderschule" oder " Du bist eine fette Tonne" , Pöhm gibt konkrete Antwortsätze die Kinder auswendig lernen sollten, denn Kinder die gemobbt werden, sind in solchen Situationen hilflos und wissen nicht was sie antworten sollen. Pöhm gibt wirklich gute Tipps und fordert zum Training mit Freund oder Eltern auf. Auch die Fotos zeigen gut mit welcher Körperhaltung man schnell zum Opfer wird.

Mir hat kein einziger pädagogischer Ratgeber weiter geholfen, aber dieses Buch hilft wirklich.“

Ich weiß nicht wem solche Sprüche helfen sollen. Dem Kind ganz bestimmt nicht.

p.s. der mensch ist fertiger als ich dachte...
Beleidigung :
Du Fettmops!

Antwort: Dafür kann ich im Krieg länger zehren!

OMG


Mittwoch, 20. August 2008

Ach übrigens...

Wenn ich schon gerade dabei bin die Mediatheken der Fernsehsender zu durchsuchen muss ich ganz schnell noch auf das Internetangebot Arte+7 vom deutsch-französischen Sender Arte aufmerksam machen. Der hat nämlich auch sehr feine Musiksendungen, die man sich bis zu 7 Tagen nach Ausstrahlung kostenlos ansehen. So zum Beispiel Mitschnitte vom Festival Benicàssim mit Auftritten von Iggy Pop, Amy Whinehouse und den Klaxons. Sehenswert. Leider nur noch bis Samstag.

p.s.
Und weils so schön is gibt es jetzt auch Komplette Folgen von John Stuarts genialer Daily Show sowie den "Colbert Report" von Stephen Colbert aus dem Programm von Comedy Central in den USA (Nicht diesen seltsamen Ableger in Deutschland).

The Daily Show with John Stuart